Obersinn

Geografische Lage

Obersinn liegt in der Region Würzburg und wird durch den namensgebenden Fluss Sinn in eine Spessart– und in eine Rhönseite geteilt. Die Nachbarorte heißen: Mittelsinn und Jossa, sowie Zeitlofs-Roßbach und Aura im Sinngrund. Außerdem gibt es den Ortsteil Emmerichsthal. In der Nähe des Ortes liegt die Dittenbrunner Höhe, benannt nach dem Ort Dittenbrunn, der zu Altengronau gehört. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 472 m ü. NN (Lage) am Berg Gäulsküppel, der niedrigste liegt an der Sinn auf 196 m ü. NN (Lage). Die Talbrücke Obersinn der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg trägt den Namen des Marktes. Obersinn besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Flieden–Gemünden.

Etymologie

Das Grundwort im Namen geht auf den den Ort durchfließenden Fluss Sinn zurück. Der Zusatz Ober wurde verwendet, um Obersinn von den nahegelegenen Dörfern Mittelsinn und Niedersinn (heute Burgsinn) zu unterscheiden und weist auf die Lage im Tal hin.[3]

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1309 Sinne
  • 1319 Obernsinne
  • 1364 Obern Synne
  • 1542 Obersynn
  • 1695 Obersinn

Bis zur Gemeindegründung

Der größte Teil der hiesigen Rechte des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, war 1808 an das Fürstentum Aschaffenburg gefallen (1803 erst an Bayern, 1805 an das Großherzogtum Würzburg), mit welchem sie 1814 wieder zu Bayern kamen. Hiesige Rechte von Hessen-Kassel fielen erst 1860 an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Verwaltungsgeschichte

Im Jahre 1862 wurde das Bezirksamt Gemünden am Main gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Obersinn lag. 1872 wurde das Bezirksamt Gemünden ins Bezirksamt Lohr am Main eingegliedert. Erst 1902 wurde das Bezirksamt Gemünden wieder neu gebildet. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Obersinn war nun eine der 27 Gemeinden im Landkreis Gemünden am Main. Mit der Auflösung des Landkreises Gemünden am Main kam Obersinn am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Mittelmain, der zehn Monate später seinen endgültigen Namen Landkreis Main-Spessart erhielt.

Wappen und Fahne

In der Mitte: Der silberne Wellenpfahl symbolisiert das Sinntal und die Sinn, die die Grenze zwischen Rhön und Spessart bildet. Obersinn liegt auch an der Grenze zwischen Hessen und Bayern. Der Rechen steht für die historische Beziehung zum Hochstift Würzburg. Ca. 1400 wurde Obersinn vom Hochstift zur Pfarrei erhoben. Die Muschel steht für den Kirchenpatron St. Jakobus. Die grüne Tingierung sowie das Buchenblatt verweisen auf die landschaftlichen Gegebenheiten des Marktes, die durch die Landwirtschaft, Wiesen und Wälder (vor allem Buchenwälder) geprägt sind. Die Markungszeichnung (an den Grenzsteinen sichtbar) stellt das Herrschaftszeichen des im Jahre 1447 entstandenen Kondominats dar, an dem vier Herren beteiligt waren (die Vierherrschaft) und das ca. 350 Jahre lang die Geschichte des Marktgebietes bestimmte.

Genehmigung des Wappens: 27. Juni 1984

Wappen-Entwurfsfertiger: L. Breitenbach/G. Weismantel, Obersinn

Fahne: Rot-Weiß-Grün

Söhne und Töchter des Marktes

Quelle: Wikipedia